Wenn wir an Peru denken, fällt uns natürlich meistens Machu Pichu ein und das ist total verständlich! Ich kann euch jedoch verraten, dass es in dem Land noch viele andere sehenswerte Orte gibt, wegen derer es sich lohnt, dorthin zu reisen…

Ich war einen Monat in Peru und das war natürlich immer noch zu wenig, um das Land wirklich kennen zu lernen. Eins ist jedoch sicher, der beste Ausflug, den ich damals gemacht habe war die Wanderung im bunten Gebirge zu dem Rainbow Mountains und genau von hier möchte ich meine Peru – Reise mit euch beginnen.
Aber warum eigentlich nicht zuerst die meistpopulärsten Orte – Cusco, Machu Pichu, Lima etc., (die wir übrigens auch bald zusammen besuchen- Versprochen!)

Das würde doch auch Sinn machen, oder?
Andererseits frage ich mich, warum wir immer alles der Reihe nach machen müssen…müssen wir nicht…Also gehe ich direkt zum Rainbow:)

Außerdem verbinde ich mit dem Ausflug noch etwas besonders und zwar tiefe Überlegungen, die ich gerne mit dir teilen möchte!

Ich muss zugeben, dass gerade dieser Ausflug meine Wanderlust so richtig geweckt hat. Er war auch für mich ein purer Beweis, dass es sich lohnt in unserem Leben neugierig, zielstrebig und stur zu sein. Was noch wichtig ist: Nicht immer befolgen, was andere sagen und wollen, denn nur so lassen wir in unserem Leben keine Chancen und Möglichkeiten ungenutzt verstreichen.
Aber was hat überhaupt Wandern mit unserem Leben zu tun?

Wanderst du gerne und weißt du überhaupt warum Wanderungen so schön sind?

Nur wenn du dir die Antwort überlegst, wirst du nämlich wissen, warum unser Leben auch eine Wanderung ist…
Ich habe die Antwort bereits gefunden, aber nicht an dem Tag, an dem ich den Berg besucht habe sondern ein Jahr später und zwar genau vor einem Monat.. und eben aus diesem Grund schreibe ich heute diesen Post.. Was möchte ich euch mit dem denn sagen? Mir liegt daran, dass euch auch bewusst wird, dass jede Wanderung ein Ende hat.. ein Ende, das alle Schwierigkeiten ersetzt.
Aber was ist vor einem Monat passiert, dass ich zu diesem Gedanken gekommen bin? Schneller Thema –Wechsel
Natürlich war ich beim Wandern.
Eine spontane Entscheidung – 2 Stunden später waren wir bei Mutter-Natur in Oberstdorf (der Vorteil dort, wo ich wohne)
Diesmal war das eine Idee von meinem Mann. Er wollte unbedingt zum Wandern gehen, bevor das schöne, gemütliche Wetter richtig vom Herbst vertrieben wird. Eigentlich wollte er die gleiche Strecke wandern, die wir letztes Mal schon geschafft haben.. für mich ist jedoch das Leben zu kurz, um wieder das Gleiche zu sehen, nur weil es damals schön war… Leider ist es so, dass die Mehrheit von uns seine Gewohnheiten und seine Komfortzone liebt.. laut dem Motto: “better safe than sorry” (besser auf Nummer sicher gehen als sich nachher ärgern), aber nur wenn wir uns in unbekannte Bereiche vorwagen, denken wir freier und spielerischer, wodurch mehr neue und kreative Ideen entstehen, die wir in unserem Leben auch brauchen, obwohl uns das sehr oft nicht bewusst ist. Also definitiv etwas anderes! Weißt du noch: stur und neugierig 🙂
Das einzige Problem mit meinem Mann hingegen liegt darin, dass er Sportlehrer von Beruf ist und Sport über alles liebt. Was auch bedeutet: Einfache Strecke mit einem Ziel unter 1500m über NN kommen nicht in Frage. There’s one main rule: Am nächsten Tag muss alles weh tun 😉
Also meine Wander-Ideen waren natürlich zu langweilig..so habe ich mich total auf ihn verlassen unter der Bedingung etwas anders, wie beim letzten Mal 🙂
Ich werde nicht abstreiten, dass die von ihm ausgewählte Strecke ziemlich schwierig war.. aber weißt du was: Es hat sich gelohnt!

Wie damals in Peru, habe ich mir gedacht… Das war auch eine spontane Entscheidung (diesmal von mir), obwohl unser Programm schon komplett geplant war… und mein Wunschausflug eigentlich (nach der Meinung von unserem Bekannten, der dort bereits 10 Jahre wohnt und uns die erste Woche begleitetet hat) nicht möglich war. Aber wenn ich etwas will, dann muss ich das erreichen und keine Argumente können mich entmutigen. Mit oder ohne seine Hilfe war mir egal 🙂 Wie im Leben, wenn eine Tür sich schließt, öffnet sich eine Andere. An unserem ersten Tag ohne ihn haben wir sofort eine Runde durch die Stadt gemacht, auf der wir einfach verschiedene Reisebüros besucht haben. Am nächsten Tag waren wir schon auf dem Weg:) Natürlich war das auch nicht der letzte Ausflug, den wir während der Reise extra organisiert haben. Hinzu kamen noch Rafting und Mountain Biking aber about them später 🙂  

Jetzt zurück zum Rainbow – Thema.
3 Uhr Aufstehen, Cocka Tee trinken und direkt auf die Straße, wo uns der Bus zu einer bestimmten Zeit abholen sollte – genau sollte…
Keine Menschenseele, arschkalt (in Peru sinkt die Temperatur in der Nacht sogar bis 0 Grad) und Bus-Verspätung .Nach 30 Minuten Warten in quälender Ungewissheit kam endlich der Bus und mit ihm der erste Zweifel… unsere Name stand natürlich auf der Liste – nicht, na toll..
Im Bus war es kalt, eng und unangenehm…Zusammengekauert versuchten wir einzuschlafen, was in dem kaltenBus (wir fühlten uns wie im Kuhschrank) fast unmöglich war..(trotzt all den Klamotten-Schichten, die wir anhatten)
Wenn wir endlich nach drei Stunden gewendetem Weg zum Ziel gekommen sind, wüsten wir nicht ob wir zuerst 500 m auf Toilette oder zu den Verkäufern (die überall sind) nächste Mütze und Handschuhe kaufen gehen sollten
Die Sonne war zwar bereits aufgegangen… aber wie das meistens im Gebirge ist, hat sie sich hinter einem Berg versteckt :-). Windig und seeehr kalt…

Nach dem wir ein ganz karges Frühstück bekommen hatten, kam sie jedoch herein und mit ihr der erste Hoffnungsschimmer. Zehn Minuten nachdem alle Gruppen da waren, konnten wir endlich die Wanderung starten.

Unser Ziel befand sich in einer Höhe von 5300 über NN, unser Start circa einen km niedriger! Mit jedem Schritt steigerten sich auch die positiven Emotionen. Noch nie im Leben war ich so begeistert gewesen. Der Weg war wunderbar. Durch die Sonne begann es endlich wärmer zu werden, hier und da rauschte ein Wasserlauf, blühte Bergflora. Immer wieder konnten wir auch  Lamas und Alpaka sehen, die waren auch eine riesige Augenweide! Das Ganze verschönten die Peruaner mit ihren knalligen Klamotten.

Idyllisch, unfassbar schön, ein bisschen kosmisch…, weil ich so eine Landschaft auf der Erde noch nie gesehen habe.

Wenn jemand nicht unbedingt so viel Kondition hat oder einfach noch mehr genießen will, schon nach den ersten 15 Minuten (der steilste Aufstieg bis auf die letzte Etappe) ergab sich die Möglichkeit die Strecke mit dem Pferd zurückzulegen, was auch vielen Leuten in Anspruch genommen haben. Der Rest hat  sich aber  richtig in Bewegung gesetzt.

 

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Als wir endlich am Ziel waren, waren wir so beeindruckt, dass wir die ersten Sekunden kein Wort hervorbrachten. Danach haben wir abwechselnd geschrien und sind in die Luft gesprungen. Und hier ein Tipps für dich: Solltest du jemals hier sein, bitte nicht auf den Berg rennen und die Partnerin auf keinen Fall heben:) Trotzt all den Emotionen 🙂 Leider gab es für meinen Mann schließlich ein Nachspiel –Schwäche, Kopfschmerzen, Appetitlosigkeit, Übelkeit. Ich warne jedoch, es ist ganz schön schwierig, sich bei so vielen Emotionen zurückzuhalten (natürlich bis auf den Schlusssprint zur Bergspitze in einer Höhe von mehr als 5000m über NN – das kann nur mein Mann 🙂 )

Gott sei Dank haben die Kameras heutzutage keinen Film mehr. Ansonsten wäre er in einer Minute bereits voll 🙂 Die irre Farbe um uns herum, verschlug uns den Atem (auch wortwörtlich wegen der Höhe). In dem Moment war nichts wichtig, nur der Moment – hier und jetzt! Einfach ein magisches Gefühl von Freiheit – wertvoll! etwas Vergleichbares habe ich jetzt in Oberstdorf erlebt. Ganz plötzlich ist mir bewusst geworden, dass es genauso mit unserem Leben ist… das uns auch immer wieder neue Herausforderungen stellt.

Jeden Tag gehen wir auf etwas zu, aber wenn wir dann unser Ziel erreichen, ist die Begeisterung bzw. Befriedigung so groß, dass alle Hindernisse, die wir während des Wegs überwinden mussten, schon keine Rolle mehr spielen.

Deshalb sollten wir keine Angst vor etwas Neuem haben. Ganz im Gegenteil,  probiere immer etwas Neues, sei mutig und lass dich nicht klein kriegen!

Nur von dir hängt ab, welche Strecke du auswählst. Du kannst zusammen mit der Mehrheit gehen, du kannst dich sogar tragen lassen, aber du kannst auch abbiegen und etwas sehen bzw. erfahren, was Andere nicht bewundern konnten, weil sie immer nur in die gleiche Richtung gehen. Ich hätte auch einfach akzeptieren können, dass es für den Ausflug keine Möglichkeit gibt (zu weit, zu spät zum organisieren, es reicht wenn du die meistpopulären Orten siehst-sowieso wirst du begeistert sein) aber nein ich wollte mein Ziel erreichen.  Ich war  neugierig, stur und zielstrebig. Dadurch habe ich auch daran geglaubt, dass ich es schaffen kann- Glaube versetzt Berge –wenn wir beim Thema Berge sind:-)

Und genau so ist es auch in unserem Alltag.  Sogar wenn etwas unmöglich erscheint, solltest du es trotzdem versuchen – Auch der längste Marsch beginnt mit dem ersten Schritt.

Nur wenn wir offen für Neues sind und uns verschiedene Ziele setzen, an deren Erfüllung  wir glauben (ohne sich wegen der all den Schwierigkeiten  entmutigen zu lassen), wird unser Leben bunt und voller  verschiedene Erlebnisse sein. Ja klar der Weg muss nicht immer einfach sein…vielleicht musst du am Anfang nur bergauf steigen, es kann sein, du brauchst auch einmal eine Pause oder sogar eine Unterstützung,  aber auch das ist  kein Problem. Auf deinem Weg wird immer ein Pferd sein, das dich kurz tragen kann, wenn dir gerade die Kraft fehlt. Nutze es aus! Fühl dich dadurch nicht schwach.

Denn sobald du neue Kraft bekommst, kannst du selber weitergehen. Immer wenn es bergauf geht, geht es auch wieder bergab!

 

Am Ende ist der Effekt der Bewunderung so stark, dass du all die Schwierigkeiten, auf die du unterwegs gestoßen bist, schon nicht mehr so wichtig sind… und du kehrst als gestärkter Mensch wieder nach Hause zurück.

An kleinem Dingen muss man sich nicht stoßen, wenn man zu Großen auf dem Wege ist und letztendlich auch aus Steinen die einem in den Weg gelegt werden, kann man Schönes bauen.
Sei immer auf dem mutigen Weg besonders zu dir selbst, leg deine Ängste ab und verwirkliche neue Träume und Visionen, um dein Potentialvoll ausleben zu können!
Und vergiss nicht, je höher du wanderst, desto schöner der Blick!
Ich wünsche dir, dass in deiner persönlichen Lebenslandkarte viele verschiede Strecken eingezeichnet sind! Vielleicht wird sich jemand eines Tages von dir und deinen Wegen inspirieren lassen 🙂

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